Warning: "continue" targeting switch is equivalent to "break". Did you mean to use "continue 2"? in /homepages/39/d33889671/htdocs/clickandbuilds/DieBibelchecker/wp-content/plugins/a3-lazy-load/admin/admin-interface.php on line 364
Israel – Die Bibelchecker
Schlagwort: Israel

Mt 15,21-28: Die Frau, die nicht locker lässt

Jesus zieht sich ein bisschen zurück. Er hat große Wunder getan: Erst die „Speisung der 5000“ (Mt 14,13-21). Und dann ist er auch noch über den See Genezareth gelaufen und hat den sinkenden Petrus gerettet (Mt 14,22-33). Nach einer Diskussion mit den Pharisäern zieht sich Jesus zurück. Weg vom See Genezareth in die Gegend von Tyrus und Sidon. So wie es aussieht, sucht Jesus Ruhe. Aber selbst dort wird er aufgesucht – von einer Frau. Matthäus schreibt von einer „kanaanäischen Frau“.

Lies den Text Matthäus 15,21-28

  • Was bewegt dich an dem Text?

Die Frau war keine Jüdin und somit nicht Teil des von Gott erwählten Volkes. Also eigentlich hat sie mit Jesus erstmal nichts zu tun. Aber sie ruft Jesus an mit den Worten: »Hab Erbarmen mit mir, Herr, du Sohn Davids! Meine Tochter wird von einem bösen Dämon beherrscht!«

Bemerkenswerte Worte. Bemerkenswert, weil sie offensichtlich eine Ahnung davon hat, wer Jesus ist. Der Begriff „Sohn Davids“ ist eine Bezeichnung für den Messias, den Erlöser, auf den die Juden warteten. Vermutlich hat sie von Jesu Wundern gehört und für sich beschlossen: Wenn jemand so etwas tut, dann ist das der Messias.

Darum kommt sie zu Jesus. Weil sie glaubt, dass er ihre Tochter heilen kann. Und dann passiert etwas, was dir beim Lesen möglicherweise sauer aufgestoßen ist: Jesus tut… richtig… nix. Die Jünger stehen unruhig mit den Füßen trippelnd daneben und sind genervt von der Frau und fordern, dass Jesus sie wegschickt.

Jesu Antwort muss für die Jünger und vor allem für die Frau schroff gewesen sein. Eine echte Enttäuschung. Jesus selber hat seinen Auftrag im Blick: Den Juden das Heil bringen.

Ich finde es bemerkenswert, dass die Frau sich von Jesus nicht abschrecken lässt und dranbleibt, indem sie ihre Bitte wiederholt und bekräftigt.

Aber Jesus setzt einen drauf: Er vergleicht die Nichtjuden mit Hunden, während die Juden als Kinder bezeichnet werden. Er drückt damit erneut aus, dass er zunächst für das Volk Israel gekommen ist. An diese Aufgabe fühlt er sich gebunden. Doch die Frau bleibt in beeindruckender Weise dran und nimmt das Bild Jesu auf und erweitert es.

  • Versuche die Antwort der Frau in eigene Worte zu fassen

In den Sätzen der Frau kommt zu Ausdruck, dass das Himmelreich, das mit Jesus gekommen ist, die Gnade Gottes, so groß und so reichhaltig ist, dass selbst die Nichtjuden davon satt werden. Das ist das Starke an dem Bild, das die Frau gebraucht: Jeder – egal ob Kind oder Hund – wird satt.

Das beeindruckt Jesus. Nicht aus bloßem Mitleid sondern weil er in der Frau Glauben sah. Sie hat den Auftrag Jesu gesehen und respektiert. Seine Güte bleibt nicht hinter ihrem Glauben zurück. Die Frau hat wirklich an Jesus geglaubt. Adolf Schlatter sagt dazu: „Diese heidnische Frau hat ohne Unterricht, ohne Bild, ohne Theologie doch das Rätsel gelöst, an dem die Meister Israels zu Toren wurden. Es stand in der Bibel beides, sowohl, dass Gott Israel für sein Reich geschaffen habe, als dass von seiner Herrlichkeit die Erde voll werde. […] Diese Frau sah, wie sich Beides in Gottes Rat zusammenfügt. Seine Gnade ist so reich, dass er Israel seine Verheißung hält und die Heiden auch erlöst.“
(Quelle: Adolf Schlatter: Das Evangelium nach Matthäus, Evangelische Verlagsanstalt Berlin, 1954, Seite 206)

  • Die Frau merkt: Bei Jesus lohnt es sich dranzubleiben. Wo hast du schon mal solch eine Erfahrung gemacht?
Getagged mit: , , , , , ,

Verstockung…

Kennst du das: Du bist vollkommen von etwas überzeugt und nicht bereit, auch nur einen Zentimeter von deiner Meinung abzurücken? Der Pharao war vollkommen überzeugt: Überzeugt davon, dass das Volk Israel in Ägypten zu bleiben hat. Auch als Mose und Aaron im Auftrag Gottes vorsprechen und sagen, der Pharao soll das Volk freilassen, bleibt er bei seiner Meinung. Weil er eine Überzeugung hat:

  • Ich bin der Pharao.
  • Neben mir gibt es keinen anderen Gott.
  • Ich habe das Sagen.
  • Und ich sage: Das Volk gehört hierher und hat zu arbeiten. Basta!

Im Buch Exodus heißt es (2Mo 7,13): „Aber das Herz des Pharao wurde verstockt und er hörte nicht auf sie, wie der Herr es gesagt hatte.“

Der Pharao ist verstockt. Ein seltsames Wort. Ein Stock verstockt, wenn er von Pilzen oder Schimmel befallen und damit quasi tot ist. Unbeweglich. Da wächst nix mehr. Er ist zu nichts mehr nütze.  Aber was bedeutet das hier an dieser Stelle? Ich finde das eine echt harte Aussage.

Weil sie sagt:

  • Der Pharao ist so von sich überzeugt, dass er – trotz all der Plagen, die ja dann geschehen – so auf seiner Meinung beharrt und sich völlig unbeweglich zeigt.
  • Er weicht keinen Zentimeter von seiner Meinung.

Am Ende heißt es dann, dass Gott von seiner Seite diese Selbstverhärtung des Pharaos bestätigt und ihn „verstockt“, ihm also jede Möglichkeit nimmt, seine Meinung zu ändern. Diese Tatsache löst viele Irritationen aus. Im Video vom Bibelprojekt bekommst du zu dieser Thematik rund ums Thema „Verstockung“ hilfreiche Gedanken.

Ein Gedanke, der mir beim Wort Verstockung kommt, ist ein Vers aus dem Neuen Testament, aus dem Brief an die Hebräer. Da heißt es (Hebr. 3,15): „Heute, wenn ihr seine Stimme hören werdet, so verstockt eure Herzen nicht!“
Damit sind Menschen angesprochen, die an Jesus glauben, ihm ihr Vertrauen schenken. So sehr dieser Vers eine Warnung ist, so sehr ist er auch eine Chance, der Unbeweglichkeit unseres Glaubens entgegenzuwirken.
Verstockung beim Holz ist kein Prozess, der über Nacht geschieht. So nach dem Motto: „Ui, das Holz ist verstockt!“ Nein, ein Holz verstockt langsam, unmerklich, Schritt für Schritt…
Ein verstockter Glaube kommt auch nicht über Nacht… Er entwickelt sich… Vielleicht weil er nichts mehr erwartet oder wir uns nicht die Zeit nehmen, z.B. in der Bibel zu entdecken, was Gott uns zu sagen hat und meine, doch schon alles zu wissen…

Darum ist es so wichtig, dass wir jeden Tag neu darum bitten, beweglich zu sein. Ein festgefahrener Glaube baut Fronten und Mauern auf, verhärtet. Ein Glaube, der mit Gott im Gespräch und offen für sein Handeln ist, bleibt beweglich und öffnet die Tür zu anderen Menschen. Das ist ein Grund, warum wir die Bibelchecker gestartet haben: Weil wir gemeinsam die Bibel entdecken und checken wollen. Um nicht eingefahren und unbeweglich zu werden.

Darum ist diese Geschichte vom Pharao – bei allen Fragen, die sie aufwirft – wertvoll für uns. Und bietet uns jeden Tag neu die Chance, dem Verstockungsprozess unseres Glaubens entgegenzuwirken.

Bist du dabei?

Hier findest du einige Fragen, die dir in der Beschäftigung mit diesem Thema weiterhelfen können. Gerne kannst du deine Gedanken dazu posten, damit wir miteinander ins Gespräch kommen.

  • Wo ist mein Glauben unbeweglich und starr geworden?
  • Wo erlebe ich das in meiner Gemeinde oder bei anderen Menschen?
  • Wie kann ich meinen Glauben beweglich halten?
  • Wie empfindest du das Handeln des Pharao? Was denkst du über der Verhalten Gottes?
Getagged mit: , , , , , ,
Top