Die zehn Gebote (2Mo 20,1-21)

=Die zehn Gebote gehören wohl zu den bekanntesten Texten der Bibel. Mit den zehn Geboten gibt Gott seinem Volk Hilfen für ein gelingendes Leben. Er will das Volk Israel mit den Geboten an sich binden. Das erste Gebot „Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben“ ist so etwas wie der Anspruch Gottes an das Volk.

In diesem Gebot steckt ein Doppeltes:

  1. Ich bin dein Gott: Du kannst dich auf mich verlassen
  2. Ich bin Gott: Du sollst auf nichts anderes so sehr setzen wie auf mich.

Gott gibt Menschen die zehn Gebote, damit sie wissen, wie ihr Leben mit Gott und Menschen gelingen kann. Auch wenn sie zunächst so wirken, als ob sie das Leben eingrenzen, sollen sie helfen, dass unser Leben gelingt und frei wird. Ich möchte versuchen, es an einem banalen Beispiel klar zu machen.
Gott sagt: Heilige den Feiertag. Gott hat den Feiertag als Teil der Schöpfung eingeplant, damit wir ausruhen von unserer Arbeit und Zeit haben, Gott ganz bewusst zu begegnen. Aber manchmal verlieren wir in unserer Geschäftigkeit Gott aus dem Blick. Wir chillen gerne aber nutzen die Zeit nicht, um Gott (in verschiedenster Weise) zu begegnen. Wenn sich das in unserem Glauben festsetzt, verlieren wir Gott aus dem Blick und letztlich den Kontakt zu ihm. Dabei ist es für unseren Glauben enorm wichtig, bei Gott aufzutanken, auf ihn zu hören und zu entdecken, was er uns sagen möchte. Gott will mit diesem Gebot unseren Glauben schützen. In dieser Weise sind auch die anderen Gebote zu verstehen.

Martin Luther hat in seinem kleinen Katechismus, einem Buch, das Basics des Glaubens erklärt, was es mit den Geboten auf sich hat. Auch wenn die Sprache nicht mehr ganz unsere ist, lade ich dich ein, dir die Gebote mitsamt den kurzen Erklärungen durchzulesen. (Quelle: https://www.ekd.de/Kleiner-Katechismus-11531.htm)

Das Erste Gebot
Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst nicht andere Götter haben neben mir.
Was ist das? Wir sollen Gott über alle Dinge fürchten, lieben und vertrauen.

Das Zweite Gebot
Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht unnütz gebrauchen; denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen mißbraucht.
Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir bei seinem Namen nicht fluchen, schwören, zaubern, lügen oder trügen, sondern ihn in allen Nöten anrufen, beten, loben und danken.

Das Dritte Gebot
Du sollst den Feiertag heiligen.
Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir die Predigt und sein Wort nicht verachten, sondern es heilig halten, gerne hören und lernen.

Das Vierte Gebot
Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf daß dir’s wohlgehe und du lange lebest auf Erden.
Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsere Eltern und Herren nicht verachten noch erzürnen, sondern sie in Ehren halten, ihnen dienen, gehorchen, sie lieb und wert haben.

Das Fünfte Gebot
Du sollst nicht töten.
Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten an seinem Leibe keinen Schaden noch Leid tun, sondern ihm helfen und beistehen in allen Nöten.

Das Sechste Gebot
Du sollst nicht ehebrechen.
Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir keusch und zuchtvoll leben in Worten und Werken und in der Ehe einander lieben und ehren.

Das Siebente Gebot
Du sollst nicht stehlen.
Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsers Nächsten Geld oder Gut nicht nehmen noch mit falscher Ware oder Handel an uns bringen, sondern ihm sein Gut und Nahrung helfen bessern und behüten.

Das Achte Gebot
Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.
Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsern Nächsten nicht belügen, verraten, verleumden oder seinen Ruf verderben, sondern sollen ihn entschuldigen, Gutes von ihm reden und alles zum besten kehren.

Das Neunte Gebot
Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus.
Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten nicht mit List nach seinem Erbe oder Hause trachten und mit einem Schein des Rechts an uns bringen, sondern ihm dasselbe zu behalten förderlich und dienlich sein.

Das Zehnte Gebot
Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Vieh noch alles, was sein ist.
Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten nicht seine Frau, Gehilfen oder Vieh ausspannen, abwerben oder abspenstig machen, sondern dieselben anhalten, daß sie bleiben und tun, was sie schuldig sind.

Was sagt nun Gott zu diesen Geboten allen?
Er sagt so: Ich der Herr, dein Gott, bin ein eifernder Gott. der an denen, die mich hassen, die Sünde der Väter heimsucht bis zu den Kindern im dritten und vierten Glied; aber denen, die mich lieben und meine Gebote halten, tue ich wohl bis in tausend Glied.
Was ist das?Gott droht zu strafen alle, die diese Gebote übertreten; darum sollen wir uns fürchten vor seinem Zorn und nicht gegen seine Gebote handeln. Er verheißt aber Gnade und alles Gute allen, die diese Gebote halten; darum sollen wir ihn auch lieben und vertrauen und gerne tun nach seinen Geboten.

Impulse zum Weiterdenken:

  • Welche Rolle spielen die zehn Gebote für deinen Glauben?
  • Was fängst du mit Luthers Erklärungen zu den Geboten an?
  • Was denkst du über den Abschnitt ab Vers 18-21? Wie verstehst du ihn?Was ist darin über Gott ausgesagt?

(Für alle superfleißigen Leser findest du hier den Großen Katechismus, in dem Luther noch etwas mehr u.a. zu den zehn Geboten schreibt.)

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