Autor: Johannes Kuhn

Apostelgeschichte 13 und 14

Paulus und Barnabas machen sich auf den Weg und beginnen die erste Missionsreise. Sie kommen an verschiedene Orte. Dort erleben sie vielfältige Reaktionen auf das Evangelium, das sie verkündigen.

Ich lade dich ein, dir diese Texte durchzulesen und mal den Blick darauf zu lenken, wie die Menschen auf das Gehörte reagieren. Welche Erfahrungen hast du schon gemacht?

 

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Galater 4,1-31: Das alte Muster

Kennst du das? Du hast es vielleicht geschafft, eine schlechte Eigenschaft an dir ganz grundlegend hinter dir zu lassen. Zum Beispiel das Lästern. Aber dann passiert es doch immer wieder, dass du über andere schlecht redest, obwohl du das eigentlich nicht machen wolltest oder es vielleicht in dem Moment ganz cool war. Dann sagt man dazu, dass man in ein altes Muster zurückgefallen ist. Eine alte Angewohnheit, auf die man gerne verzichtet hätte, wieder zu Tage kommt.

Genau das gleiche durchleidet Paulus mit den Galatern. Und schreibt – mal wieder leidenschaftlich – warum die Galater nicht in alte Muster zurückfallen sollen.

Lies Galater 4,1-31

Fragen zum Weiterdenken:

  • Was würdest du als „altes Muster“ bei den Galatern bezeichnen?
  • Wie beschreibt Paulus die Befreiung von den alten Mustern?
  • Was bewegt dich persönlich an dem Text?
  • Wie erlebst du das Thema „Befreiung“ im Glauben?
  • Kommt dir das Thema „In alte Muster verfallen“ im Blick auf den Glauben bekannt vor?
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Galater 2,11-21: Was jetzt… Gesetz oder nicht???

Schon zur Zeit des Paulus gab es immer wieder Streitigkeiten darüber, was richtig ist und was nicht… Damals war eine elementare Frage, was ein Mensch, der zum Glauben an Jesus kommt, tun muss, um ganz dazu zu gehören. Es gab manche, die haben gesagt: Wenn ein Mensch wirklich ganz zu Gott gehören will, dann muss er bestimmte Bräuche oder Gepflogenheiten der Juden tun. Dazu gehörte bspw. die Beschneidung oder das Einhalten von Speisevorschriften. Das brachte die jungen Christen in Galatien durcheinander. Auf der einen Seite Paulus, der davon sprach, dass allein der Glaube an Jesus reicht. Auf der anderen Seite Menschen, die sagten: Glaube an Jesus plus z.B. Beschneidung.

Als Paulus jetzt mitbekommt, wie sich Petrus (in manchen Übersetzungen heißt er Kephas) in Antiochia verhält, muss er klarstellen, warum das Verhalten von Petrus dem Ziel, Menschen für Jesus zu gewinnen, nicht dienlich ist.

Lies Galater 2,11-21

Fragen:

  • Was verstehst du und an welcher Stelle bleibst du hängen?
  • Was stört Paulus am Verhalten von Petrus? Inwieweit ist das nachvollziehbar?
  • Welche Bedeutung hat deiner Ansicht nach das „Gesetz“ bei Paulus?
  • Wie empfindest du das Bild, dass ein Christ mit Christus gekreuzigt ist (V19f.)?

Ein Video, das kompakt erklärt, was es mit dem Gesetz auf sich hat, findest du hier.

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Das Video vom Bibelprojekt zum Galaterbrief – der ideale Einstieg für dich in diesen Brief

Matthäus 25,14-30: Just do it!

Intro
Matthäus 24 und 25 fassen die letzte der 5 Reden Jesu im Matthäus-Evangelium zusammen. Man nennt sie die Endzeitrede. Dazu gehören auch einige Gleichnisse, also Beispielgeschichten. Jesus erzählt sie seinen Jüngern am Ende seiner öffentlichen Wirksamkeit. Kurze Zeit später beginnt seine Leidensgeschichte. In solch einer Zeit, dann wenn klar ist, dass sich die Dinge zuspitzen (bspw. wenn ein Mensch stirbt), werden entscheidende Aussagen getroffen. Da geht es nicht um Belanglosigkeiten oder Banalitäten.
Es geht in den Gleichnissen in Matthäus 24 und 25 um die Wachsamkeit, um die Achtsamkeit. Jesus möchte nicht die Angst vor dem Weltgericht schüren oder uns einschüchtern sondern vielmehr den Blick auf unserer Verantwortung im Hier und Jetzt richten. Er möchte uns motivieren für unser Leben und Handeln als Christ hier und heute.

Lies mit diesen Vorinfos den Bibeltext Matthäus 25,14-30.

  • Was bewegt dich am Text?
  • Wir ordnest du das Handeln der drei Knechte ein?
  • Was denkst du über den Herrn und sein Verhalten?
  • In einem Satz: Was will Jesus mit dieser Geschichte zum Ausdruck bringen?

Gott beschenkt
Der Herr steht für Gott. Und dieser Gott gibt, er vertraut an. Seinen Mitarbeitern. So ist Gott bis heute. Er vertraut dir etwas an. Er schenkt dir Leben. Er schenkt dir Glauben und er schenkt dir Fähigkeiten. Mit diesem Pfund dürfen und sollen wir wuchern – zur Ehre Gottes. Also so, dass wir Gott dadurch ehren. So wie das die beiden ersten Knechte tun.

  • Was sind deine Fähigkeiten?
  • Was machst du damit zur Ehre Gottes?

Gott macht Angst
Offensichtlich hat er ein schlechtes Bild von seinem Herrn. Wir lesen davon. Er sagt (Mt 25,24): »Du bist ein harter Mann.« Er hat Angst. Aus Furcht vor einem möglichen Verlust geht er lieber und vergräbt seinen Zentner. Das gibt ihm Sicherheit – er weiß, dass er den Zentner so nicht verlieren wird. Und verpasst die Chance, aus dem Geld etwas zu machen.

Die Frage ist:

  • (Wo) betrifft uns das? Wo sind wir so ein dritter Knecht, der nichts aus dem macht, was ihm gegeben wird.
  • Kann es sein, dass wir manches Mal aus Bequemlichkeit die Fähigkeiten verbergen oder andere vorausschicken?
  • Kann es sein, dass wir uns nicht selten selber gut genug sind, uns eingerichtet haben, das wohlig-warme Ambiente untereinander schätzen?
  • Kann es sein, dass wir manches Mal am Ideal von anderen scheitern, wir uns wertlos fühlen und denken: »Wenn ich nur so begabt wäre, wie der oder die?«
  • Kann es sein, dass uns Frustrationserfahrungen jegliche Motivation genommen haben? Wir haben uns eingesetzt, Kräfte gelassen – Zeit, Liebe, Hirn und vielleicht auch Geld investiert und es ist doch nix geworden.
  • Kann es sein, dass wir uns zu klein fühlen und denken: »Ach, was soll ich denn bewegen?«

Ich glaube, es gibt viele Dinge, die uns mit dem dritten Knecht verbinden. Dieses Gleichnis will uns neu motivieren: »Hey komm, du, mit deinen Fähigkeiten, seien sie noch so klein – und seien es »nur« die gefalteten Hände während einer Veranstaltung… oder »nur« das Putzen des Gemeindehauses, »nur« das Austragen des Gemeindebriefes. Du, du bist gebraucht, du bist wichtig, du bist ein Träger der Liebe Gottes in einer Welt, die nach Liebe lechzt!« Wenn wir anfangen das als Dienst zu sehen, als Kapitalvermehrung der Liebe Gottes, dann bekommt es einen neuen Sinn. Egal, was wir machen, egal, wo unsere Fähigkeiten liegen: Das, was uns von Gott aufgetragen ist, ist unsere Aufgabe, dafür haben wir eine Verantwortung.

All das (das geschenkte Leben, der geschenkt Glaube und die anvertrauten Fähigkeiten) dient nicht zum Selbstzweck, zur geistlichen Selbstbefriedigung sondern zur Bewährung des Glaubens und zum Zeugnis in dieser Welt.

Und deshalb will Jesus mit dem Gleichnis nicht Angst machen, sondern ermutigen: »Mach was draus!« Du hast dieser Welt etwas zu geben.

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Matthäus 18,21-35: Vergebung… wenn das doch nur so easy wäre…

Wir alle wissen: Die Sache mit der Vergebung ist nicht immer ganz einfach. Jesus setzt in einem Gespräch mit Petrus und einer Geschichte neue Maßstäbe. Lies das Gespräch und die Geschichte in Matthäus 18,21-35

Bevor du weiterliest…

  • Was an diesem Text findest du gut
  • Was stört dich?

Die Sache mit 70 x 7 mal…

Was ist der Hintergrund der Frage, die Petrus stellt und warum antwortet Jesus so? Im Judentum steckt folgender Gedanke: Gott vergibt einem Menschen die gleiche Sünde zwei- bis dreimal. Dieses Denken wird auf das menschliche Handeln übertragen. Möglicherweise denkt Petrus mit der Aussage „siebenmal“, dass er das jüdische Denken bei weitem übertrifft. Evtl. denkt er bei „sieben“ auch an die Vollzahl – es genügt also, es ist komplett. Petrus hat bei Jesus gelernt: An Stelle des vergeltenden Rechts gehört die Bereitschaft zur Vergebung (Vaterunser) – sein Problem: Er fragt nach der Grenze von Vergebung.
Jesus antwortet mit einer Anspielung auf das Lamechlied von hemmungsloser Rache (1Mo 4,23f). Jesus tritt mit seiner Antwort (bedingungslose Vergebung) der Welt Lamechs (bedingungslose Rache) gegenüber.

Um das zu verdeutlichen, erzählt Jesus ein Gleichnis.

Es handelt sich bei dem Schuldner wohl um Statthalter – oberste Beamten, die die Provinzen verwalten. Der Betrag von 10.000 Talenten (größte Geldeinheit im vorderasiatischen Raum) ist eine übergroße Summe. König Herodes hatte wohl ein Jahreseinkommen von 900 Talenten. Ergo: Die Schuld kann nicht erstattet werden. Die Staatsbeamten hafteten damals wohl persönlich für die Erträgnisse ihrer Provinz. Das ist die Voraussetzung für die Anweisung, des Verkaufs von Schuldner, Frau, Familie und Habe. Das ist auch in Israel üblich (2Kön 4,1; Jes 50,1; Amos 2,6 + 8,6; Neh 5,1-13)
Die Bitte des Knechts ist utopisch: Er wird das Geld nicht zurückzahlen können… Dennoch erlässt ihm der Herr die Schuld, obwohl der Knecht das vom Herrn anvertraute Gut missbraucht hat.
Als Befreiter geht er hinaus und trifft auf einen anderen Knecht, der ihm einen Bruchteil dessen schuldet, was er eben erlassen bekommen hat. Er würgt ihn und fordert das Geld von ihm. Er hat nicht verstanden, was ihm eben geschenkt wurde Er muss die Konsequenzen tragen.

Fragen zum Weiterdenken:

  • Was löst dieser Gedanke der bedingungslosen Vergebung bei dir aus?
  • Wo gibt es Grenzen für dich?
  • Wo hast du schon einmal vergeben? Wo hat jemand anderes dir verziehen?
  • Was bedeutet es dir persönlich, dass Jesus für deine Schuld gestorben ist?
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Mt 15,21-28: Die Frau, die nicht locker lässt

Jesus zieht sich ein bisschen zurück. Er hat große Wunder getan: Erst die „Speisung der 5000“ (Mt 14,13-21). Und dann ist er auch noch über den See Genezareth gelaufen und hat den sinkenden Petrus gerettet (Mt 14,22-33). Nach einer Diskussion mit den Pharisäern zieht sich Jesus zurück. Weg vom See Genezareth in die Gegend von Tyrus und Sidon. So wie es aussieht, sucht Jesus Ruhe. Aber selbst dort wird er aufgesucht – von einer Frau. Matthäus schreibt von einer „kanaanäischen Frau“.

Lies den Text Matthäus 15,21-28

  • Was bewegt dich an dem Text?

Die Frau war keine Jüdin und somit nicht Teil des von Gott erwählten Volkes. Also eigentlich hat sie mit Jesus erstmal nichts zu tun. Aber sie ruft Jesus an mit den Worten: »Hab Erbarmen mit mir, Herr, du Sohn Davids! Meine Tochter wird von einem bösen Dämon beherrscht!«

Bemerkenswerte Worte. Bemerkenswert, weil sie offensichtlich eine Ahnung davon hat, wer Jesus ist. Der Begriff „Sohn Davids“ ist eine Bezeichnung für den Messias, den Erlöser, auf den die Juden warteten. Vermutlich hat sie von Jesu Wundern gehört und für sich beschlossen: Wenn jemand so etwas tut, dann ist das der Messias.

Darum kommt sie zu Jesus. Weil sie glaubt, dass er ihre Tochter heilen kann. Und dann passiert etwas, was dir beim Lesen möglicherweise sauer aufgestoßen ist: Jesus tut… richtig… nix. Die Jünger stehen unruhig mit den Füßen trippelnd daneben und sind genervt von der Frau und fordern, dass Jesus sie wegschickt.

Jesu Antwort muss für die Jünger und vor allem für die Frau schroff gewesen sein. Eine echte Enttäuschung. Jesus selber hat seinen Auftrag im Blick: Den Juden das Heil bringen.

Ich finde es bemerkenswert, dass die Frau sich von Jesus nicht abschrecken lässt und dranbleibt, indem sie ihre Bitte wiederholt und bekräftigt.

Aber Jesus setzt einen drauf: Er vergleicht die Nichtjuden mit Hunden, während die Juden als Kinder bezeichnet werden. Er drückt damit erneut aus, dass er zunächst für das Volk Israel gekommen ist. An diese Aufgabe fühlt er sich gebunden. Doch die Frau bleibt in beeindruckender Weise dran und nimmt das Bild Jesu auf und erweitert es.

  • Versuche die Antwort der Frau in eigene Worte zu fassen

In den Sätzen der Frau kommt zu Ausdruck, dass das Himmelreich, das mit Jesus gekommen ist, die Gnade Gottes, so groß und so reichhaltig ist, dass selbst die Nichtjuden davon satt werden. Das ist das Starke an dem Bild, das die Frau gebraucht: Jeder – egal ob Kind oder Hund – wird satt.

Das beeindruckt Jesus. Nicht aus bloßem Mitleid sondern weil er in der Frau Glauben sah. Sie hat den Auftrag Jesu gesehen und respektiert. Seine Güte bleibt nicht hinter ihrem Glauben zurück. Die Frau hat wirklich an Jesus geglaubt. Adolf Schlatter sagt dazu: „Diese heidnische Frau hat ohne Unterricht, ohne Bild, ohne Theologie doch das Rätsel gelöst, an dem die Meister Israels zu Toren wurden. Es stand in der Bibel beides, sowohl, dass Gott Israel für sein Reich geschaffen habe, als dass von seiner Herrlichkeit die Erde voll werde. […] Diese Frau sah, wie sich Beides in Gottes Rat zusammenfügt. Seine Gnade ist so reich, dass er Israel seine Verheißung hält und die Heiden auch erlöst.“
(Quelle: Adolf Schlatter: Das Evangelium nach Matthäus, Evangelische Verlagsanstalt Berlin, 1954, Seite 206)

  • Die Frau merkt: Bei Jesus lohnt es sich dranzubleiben. Wo hast du schon mal solch eine Erfahrung gemacht?
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Das Video vom Bibelprojekt

Das Video vom Bibelprojekt verschafft dir einen hilfreichen Überblick zum zweiten Teil des Matthäus-Evangelium. In den kommenden Tagen findest du zu ausgewählten Texten Impulse.

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Die Sünde wider den Heiligen Geist

Kann man als Christ so schlimm sündigen, das Gott einen verstößt? Die Antwort auf diese heiße Frage gibt es im Video

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Jesus tut Wunder (Matthäus 8+9)

Schau dir die Wundergeschichten, die Matthäus erzählt, in aller Ruhe an. Lies die Texte durch.
Und wenn du magst, können folgende Fragen zur Vertiefung helfen:

  • Was bewegt dich an den Wundergeschichten?
  • Welche Fragen kommen dir?
  • Wo hast du selber schonmal ein Wunder erlebt?

Wenn du etwas tiefer einsteigen möchtest, kannst du dir hier eine Datei von mir herunterladen in der es weitere Infos und Aspekte zu den Geschichten gibt.

Und hier gibt es ein eindrückliches Video von der Berufung des Levi (Mt 9)

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